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Thema: Französisches Infanteriegewehr Lebel Mle 1886M93

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    Standard Französisches Infanteriegewehr Lebel Mle 1886M93

    Als Frankreich 1886 das Lebel Mle 1886 einführte, war die "Grande Nation" rüstungstechnisch allen anderen Staaten weit voraus. Es war die erste Waffe, die für ein "kleinkalibriges" 8mm Geschoß mit rauschschwachem Pulver eingerichtet war. Die Einführung löste einen rüstungstechnischen Wettlauf aus, der erst Mitte der 90iger Jahre des 19. Jahrhunderts zu Ende war, als dann auch alle anderen (bedeutenden) Militärnationen eine entsprechende Waffe führten.

    Das Lebel Mle 1886 ist ein Mehrladegewehr mit 8 schüssigem Röhrenmagazin unter dem Lauf. Der Mehrlademechanismus ist ein modifiziertes Kropatschek-System mit Magazinabschaltung. Wie alle französischen Militärgewehre verfügt das Lebel über keine Sicherung. 1893 wurden an der Waffe verschiedene Modifikationen (Visier, Gassperre im Verschluss, Zuführkolben im Magazin, Zusammenstellhaken, etc.) vorgenommen und fast alle vorhandenen Waffen auf diesen Konstruktionsstand nachgerüstet.

    Aufgrund seiner Magazinkapazität war es seinem deutschen Gegenüber zwar überlegen, aber das Nachladen mit einzelnen Patronen war weit zeitaufwendiger als das Bestücken der Magazine mit einem Mannlicher Laderahmen (Gew. 88 ) oder einem Mauser Ladestreifen (Gew. 98 ).

    In der Anfangszeit des 1. Weltkrieges, bevor die Fronten im Stellungskrieg erstarrten, fielen auch viele Lebel Gewehre als Beutewaffen an und wurden dann, besonders in der Zeit der großen Waffenknappheit bis Mitte 1916, auf deutscher Seite vor allem im Bereich des Bahnschutzes verwendet. Zahlreiche Lebel Gewehre wurden dabei mit einem Bajonettadapter versehen, um entsprechende deutsche Bajonette verwenden zu können.

    Die vorliegende Waffe wurde 1902 in St. Etienne hergestellt und im ersten Weltkrieg deutscherseits erbeutet und dann mit einem solchen Adapter versehen. Zusätzlich weist die Waffe im Kolben noch die Reste des Beutestempels "Deutsches Reich" auf. Der Verschluss wurde, wohl nach der Überprüfung/Austausch wieder nummerngleich gemacht. Aufgrund der Fundumstände der Waffe ist davon auszugehen, dass diese Nachnummerierung zeitgenössisch ist.
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken lebel_rechts.JPG   lebel_links.JPG   lebel_baujahr.JPG   lebel_seriennum.JPG   lebel_rechts_groß.JPG  

    lebel_beschr.JPG   lebel_system.JPG   lebel_system_offen.JPG   lebel_system_offen_2.JPG   lebel_zuführung.JPG  

    lebel_kolben.JPG   lebel_unten.JPG   lebel_bajonett.JPG  
    Geändert von sauerfan (20.08.2008 um 09:57 Uhr)

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